Woher stammt der Name "Cocktail"? |
Betsy's Bracers |
Federn im Hut |
Cock's Ale |
Schlechtes Bier
Coctel |
Probleme mit der Aussprache |
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Auf dem Mississippi |
Hahnenkämpfe
Legenden um Das Wort Cocktail - und seine Bedeutung
Bars, so wie wir sie heute kennen, gibt es noch nicht sehr lange. Die ersten Bars wurden in Amerika eröffnet. Allerdings haben heutige "American Bars" nur noch wenig mit den damaligen gemeinsam. Die ersten Bars bestanden nur aus einer Theke (Büffet) und einer Art Barriere, genauer gesagt, einem Geländer. Dieses diente dazu, die raugesitteten, unzivilisierten Gäste vom Wirt und den Waren fernzuhalten. Es war also ursprünglich als eine reine Schutzmaßnahme gedacht. Da es keine Stühle oder Hocker gab, lehnte man sich an die Bar an, und weil man auf der Theke nichts abstellen konnte, behielt man die Gläser in der Hand.
Dies war zwar etwas unbequem, doch lange hielt man sich zu dieser Zeit ohnehin in Bars nicht auf. Man kam herein, trank etwas, plauderte vielleicht und verließ die Gaststätte danach wieder. Der Name Bar stammt also von dieser Barriere. Und eben dieses Geländer, wenn auch in abgewandelter Form und mit anderer Bedeutung, ist noch heute in fast jeder Bar zu finden. Die Stangen, die unten und oben am Tresen entlang laufen, sind ihre Nachfolger. Jetzt sollen sie allerdings nicht mehr den Wirt, sondern das Mobiliar schützen. Die obere Stange soll den Gast daran hindern, durch zu weites Beugen über das Bar-Buffet, versehentlich Gläser umzustoßen. Die untere Stange soll den Füßen des Gastes Halt geben und das Büffet schonen. Die nach Amerika ausgewanderten Siedler brachten mit sich eine beachtliche Anzahl verschiedenster Alkoholika. Man hatte inzwischen ja gelernt aus Wein Weinbrand oder Cognac, aus Most Apple Brandy, aus Getreide und Zuckerrohr Rum, Whisky sowie Kornschnäpse zu destillieren.
In den von diesen Siedlern eingerichteten Gaststätten wurde vorerst alles getrunken, was Alkohol enthielt und mit Vorliebe die Getränke aus der Heimat. Da diese Menschen aus aller Herren Länder stammten, ergab sich von ganz allein eine reiche Abwechslung. Als ältestes gemischtes Getränk, das als "American Drink" bezeichnet werden kann, gilt der Julep, der schon in einem Kochbuch aus dem Jahre 1540 erwähnt wird, während Cocktails und Flips etwa zweihundert Jahre alt sein dürften.
Die Blütezeit der American Bars begann mit der Entstehung größerer Städte und der Entwicklung der Kultur und des Wohlstandes in Amerika. Nach Europa kamen Cocktails eigentlich erst während des ersten Weltkrieges zusammen mit den amerikanischen Soldaten, die auf Seiten der Alliierten kämpften. Zwar kannte man in den Hauptstädten Europas schon amerikanische Bars, doch waren dies sehr exklusive Gaststätten. Früh erschienen auch die ersten Bücher in Amerika. 1862 gab der berühmte amerikanische Barmixer Jerry Thomas erstmals ein Barbuch, den "Bartender's Guide", heraus. Von 90 Rezepten waren allerdings nur 19 Rezepte für Cocktails, die restlichen gaben Anleitung für verschiedene Punsche, die sich damals, besonders in England, großer Beliebtheit erfreuten. Interessant ist, dass die meisten Rezepte auch heute noch genauso oder in nur wenig abgewandelter Form gemixt werden. Kurz darauf erschien ein Handbuch von Harry Johnson, der "Bartender’s Manual", das für Bartender zum Bestseller aller Zeiten wurde.
Dieses Werk umfasste immerhin schon 34 Cocktailrezepte, sowie Rezepte für Punsche, Egg-Noggs und Sours. Neben den, seit rund 2 Jahrhunderten bewährten Standarddrinks, den sogenannten Classics, kreieren Barkeeper auf der ganzen Welt, aus einem sich ständig erweiternden Angebot an hervorragenden Spirituosen, täglich neue Drinks. Der Kreativität des Barkeepers sind durch die riesige Produktvielfalt kaum Grenzen gesetzt. Ein guter Barkeeper muss also Willens sein, ständig neu dazuzulernen, er muss Phantasie Besitzen, um in der Lage zu sein, auf geschmackliche Wünsche einzugehen und er muss Freude an seiner Arbeit mitbringen, damit jeder Cocktail etwas besonderes ist und nicht zu einem Fließbandprodukt wird.
Woher stammt der Name "Cocktail"?
"Cocktail" heißt auf Deutsch "Hahnenschwanz". Ob die Drinks, die man als Cocktails bezeichnet aber tatsächlich eine Verbindung zu Geflügelfedern haben ist nicht ganz klar, denn es ranken sich zahlreiche Geschichten um die Herkunft dieses Begriffes. Die meisten davon sind frei erfundene Anekdoten, "Barmannsgarn" sozusagen, gesponnen um Gästen Konversation anzubieten. Entscheiden Sie selbst, welche davon wahrscheinlich die echte Geschichte ist. Sie alle gehören aber zum Mythos Cocktail und sind so vielfältig wie diese: romantisch, fantastisch, sachlich, bunt...
Während des nordamerikanischen Befreiungskrieges gab es in Hall’s Corners, im Staat New York eine Taverne, in der eine Barfrau namens Betsy arbeitete. Dort wurde ein Getränk serviert, das Betsy’s Bracers (Betsys Armreife) genannt und gern von den amerikanischen und französischen Soldaten getrunken wurde. Bei einer recht ausgelassenen Feier bemerkte ein amerikanischer Soldat, der gerade einen der berühmten Hausdrinks trank, dieses Getränk sei so angenehm für den Gaumen, wie die Federn eines Hahnes schön für die Augen sind. Darauf erwiderte ein französischen Offizier: "Vive le Cocktail!"
Tatsächlich wird von einer Betsy Flanagan berichtet, die in einer Taverne im Staat New York arbeitete. Ob dies dieselbe Betsy ist, wie aus der vorhergehenden Geschichte ist allerdings unbekannt. Dieser Betsy Flanagan aber wird zugeschrieben, sie habe verschiedene Getränke mit Hahnenfedern geschmückt. Andere wiederum sagen, sie habe in der Kneipe gearbeitet, die auch von George Washington und seinen Offizieren frequentiert wurde. Washington trug Federn auf seinem Hut, so dass der Trinkspruch "to the cock’s tail" (auf den Hahnenschwanz) entstanden sein soll. Blitz und Donner Diese Geschichte erzählt, dass, ebenfalls in New York, die Tochter eines Gastwirtes ein besonders starkes Getränk servierte. Peggy, so soll ihr Name gelautet haben, war in einen Matrosen verliebt, der eines Tages zurückkam, samt einer Beförderung und einem Preisgekrönten Kampfhahn namens "Lightning" (Blitz). Als sie eines Nachts zusammen im Bett lagen, krähte "Lightning" und schüttelte sich, wobei er eine Schwanzfeder verlor. Peggy nahm diese Feder und tat sie in das Glas Spezialgetränk ihres Geliebten. Dabei soll sie gesagt haben: "Nach Lightning soll dieses Getränk benannt sein. Trinke diesen Cocktail, auf dass mein Vater Dir wohlgesonnen sei und als ein Zeichen unseres zukünftigen Glückes."
Während der Kolonialzeit in Amerika wurde bei Hahnenkämpfen ein Getränk serviert, das "Cock’s Ale" hieß. Es war eine Art Bier, in das ein Sack mit gekochten Hühnern, Rosinen, Mais und Zucker gegeben wurde und anschließend etwa eine Woche lang ziehen sollte.
Eine weitere Geschichte aus der Kolonialzeit basiert darauf, dass der Zapfhahn "Cock" genannte wurde. Auf vielen Schildern vor Tavernen wurde ein Hahn und eine Flasche abgebildet. Wenn nun die Neige des Fasses erreicht war, sprach man vom "cock’s tail". Ein Hauptmann Carter aus Virginia soll gesagt haben, als er Bier von schlechter Qualität serviert bekam: "ich werde fortan Cocktails (also die Neigen) selbst brauen."
Um 1800 herum, traf sich der damalige König Axoloti VII von Mexico mit einem General der Südstaaten, um ein Friedensabkommen zu besprechen. Es wurde ein Getränk von einem wunderschönen Mädchen serviert, aber es ergab sich eine peinliche Situation: wer würde zuerst trinken? Das Mädchen sah dies und trank selbst ein Glas, um das Problem zu lösen. Ihr Name soll Coctel gewesen sein, und der General versprach, ihren Namen zu verewigen.
Probleme mit der Aussprache
Der Sazerac soll der erste Cocktail gewesen sein, erfunden von Antoine Amedee Peychaud. Peychaud war Franzose und stellte den gleichnamigen Bitterlikör her. Die Rezeptur dafür entwickelte er in Santo Domingo, von wo er sie nach New Orleans mitnahm. Dort eröffnete er eine Drogerie, wo er sich häufig mit Freunden traf, um die Getränke, die Peychaud entwickelte, zu probieren. Serviert wurden sie in einer Coquetiere, was auf Französisch soviel heißt wie Eierbecher. Falsches Aussprechen dieses Wortes soll zum Ausdruck Cocktail geführt haben.
Es wird auch behauptet, der Ausdruck Cocktail stamme aus England. Hervorragende Pferde gemischter Herkunft kennzeichnete man dadurch, dass man Ihre Schwänze stutzte. Diese nannte man "Cocktails". Angeblich soll ein Pferdeliebhaber für einen Freund einen Drink aus Wein und Gin gemixt haben, und ihm mit einem Trinkspruch zugetoastet haben: "einen Wein mit einer Spirituose zu mischen zeugt von unserer Liebe zum Alkohol. Es ist ein wahrer "Cocktail" von einem Drink." Natürlich bezog sich "Cocktail" hier auf die ausgezeichneten Pferde und sollte soviel heißen wie: "Es ist ein hervorragendes Getränk"
Als es früher noch auf den Mississippi-Raddampfern Glücksspiel gab, gab es auch eine Art Boxkampf. Der Gewinner bekam eine bunte Feder vom Hahnenschwanz, die er sich an den Hut steckte. Alkohol war natürlich auch von der Partie. Alle Spirituosen, die in der Bordbar zu finden waren wurden zusammengeschüttet und aus einem Becher getrunken, der einer Hahnenbrust glich, darin ein Rührstab in Form einer Hahnenschwanz Feder.
Es war üblich, nach diesen Kämpfen ein Gläschen zu Ehren des Siegerhahnes zu trinken. Der Besitzer dieses Hahnes hatte das Recht, dem Unterlegenen, also getöteten Hahn, den bunten Schwanz auszureißen. So wurde dann diese Trophäe begossen. Die Formulierung hieß demgemäß "let's have a drink on the cock’s tail". Später wurde dann jeder Drink, den man nach den Kämpfen nahm, zu einem "Cocktail". Die ersten Cocktails wären demgemäss also nichts anderes, als die landläufigen Getränke, die man in irgendeiner amerikanischen Taverne trank.
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